EU-Weideregelungen/Öko-Verbände warnen vor Scheitern der Verhandlungen

Veröffentlicht: 16.10.2026

Die Verhandlungen über die Weideregelungen in der EU-Öko-Verordnung stehen vor einer entscheidenden Phase. Im abschließenden Trilog am Dienstag müssen EU-Kommission, -Rat und -Parlament eine Einigung erzielen. Die Öko-Anbauverbände Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis warnen in einer gemeinsamen Mitteilung vor dem Scheitern der Verhandlungen. Die EVP im EU-Parlament müsse ihre Position überdenken, um Verbesserungen für Bio-Betriebe zu ermöglichen. Streitpunkt sind demnach insbesondere die vom EU-Parlament geforderten "innovativen Haltungssysteme", die auf einen von MEP Stefan Köhler (CSU/EVP) eingebrachten und gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) entwickelten Vorschlag zurückgehen. Diese Forderung findet laut den Verbänden nach aktuellem Verhandlungsstand weder im Rat noch bei der Kommission Unterstützung, sondern stößt vielmehr auf breiten Widerstand. Dass daran durch einzelne Vertreter der EVP unnachgiebig festgehalten werde, gefährde die Chance auf konkrete Verbesserungen für die betroffenen Bio-Betriebe, warnen die vier größten deutschen Öko-Verbände. "Interessenvertretung braucht Augenmaß und muss sich auf erreichbare Ziele fokussieren. Wer an einer Position festhält, die auf EU-Ebene keine Mehrheit findet, riskiert, alles zu verlieren. Das ist ganz sicher nicht im Interesse der Bio-Betriebe. Für den jetzt anstehenden finalen Trilog braucht es eine mehrheitsfähige Lösung, statt dem Festhalten an aussichtslosen Maximalforderungen", erklären Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis unisono. Scheitern die Verhandlungen, bleiben die bestehenden nationalen Weideregelungen unverändert. Damit wäre die Chance auf mehr Flexibilität für betroffene Betriebe vertan. Auch weitere Verbesserungen, etwa bei der Summenregelung und der Überdachung von Ausläufen, gerieten dadurch in Gefahr, da diese mit der Weideregelung im selben Maßnahmenpaket verhandelt werden. Damit würden zusätzlich viele weitere tierhaltende Bio-Betriebe benachteiligt.MBI/12/sru/ssc/16.10.2026

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