Veröffentlicht: 07.10.2026
Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands hat im August deutlicher als erwartet zugenommen, was vor allem an einer starken Bauwirtschaft lag. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stieg die Produktion gegenüber dem Vormonat um 2,0 Prozent und lag kalenderbereinigt um 2,3 (Juli: minus 1,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für August ein monatliches Plus von nur 0,5 Prozent prognostiziert. Der für Juli vorläufig gemeldete monatliche Produktionsrückgang von 1,1 Prozent wurde auf 1,2 Prozent revidiert.
Die Industrieproduktion im engeren Sinne erhöhte sich um 0,6 (Juli: minus 2,1) Prozent. Die Produktion von Vorleistungsgütern sank um 0,2 (minus 0,6) Prozent, die von Investitionsgütern stieg um 1,2 (minus 2,8) Prozent und die von Konsumgütern um 0,6 (minus 0,3) Prozent. Die Energieerzeugung verringerte sich um 0,4 (plus 1,6) Prozent, während die Bauproduktion um 9,3 (plus 1,1) Prozent anzog.
Die Industriezweige entwickelten sich nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) uneinheitlich: Zuwächse verzeichneten Bereiche wie der Maschinenbau (plus 5,3 Prozent), Metallerzeugnisse (plus 3,5 Prozent) und elektrische Ausrüstungen (plus 1,2 Prozent). Hersteller von Kfz und Kfz-Teilen (minus 5,4 Prozent), chemischer Erzeugnisse (minus 1,2 Prozent) sowie Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischer und optischer Erzeugnisse (minus 2,6 Prozent) mussten hingegen Rückgänge verbuchen.
"Der Boom in den energieintensiven Branchen, der in der ersten Jahreshälfte zu deutlichen Produktionsausweitungen in den entsprechenden Zweigen geführt hatte, scheint sich mit der dritten Drosselung in Folge (minus 0,5 Prozent) nicht weiter fortzusetzen", konstatierte das BMWi. Rund ein Prozentpunkt des abermals unerwartet hohen Wachstums entfiel auf das Ausbaugewerbe, dessen Produktion um 13,1 Prozent stieg. "Unabhängig von diesem Sondereffekt setzt der restliche Bausektor trotz des gestiegenen Zinsniveaus seinen Erholungskurs fort. Gestützt wird er dabei auch von öffentlichen Aufträgen zur Modernisierung der Infrastruktur", erläuterte das BMWi.
Dagegen sei die Industriekonjunktur verhalten geblieben. "Während Werksmodernisierung und -ferien im Kfz-Sektor im Sommer für Dämpfungen sorgen, lässt der Impuls der energieintensiven Industrien im Zuge der Krise in der Golfregion nach. Entsprechend entwickelten sich die Auslandsumsätze in den letzten Monaten angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks wenig dynamisch", so das Ministerium. Zudem bleib die Rheinschifffahrt infolge des Niedrigwassers eingeschränkt. Somit seien die Aussichten für eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur weiter verhalten.
MBI/DJN/gil/7.10.2026