Veröffentlicht: 21.08.2026
Der Etat des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) soll 2027 nahezu unverändert bleiben. Im Einzelplan 10 des Regierungsentwurfs für den Bundeshaushalt 2027 (21/7300) sind Ausgaben von rund 6,97 Milliarden Euro vorgesehen, wie der Pressedienst des Deutschen Bundestages berichtet. Das sind rund 19,6 Millionen Euro weniger als 2026 (6,99 Milliarden Euro). Die Verpflichtungsermächtigungen - also Ausgaben, die erst in künftigen Haushaltsjahren wirksam werden - belaufen sich auf rund 879,1 Mio EUR. Im Einzelplan sind den weiteren Angaben nach außerdem pauschale Einsparvorgaben - sogenannte globale Minderausgaben, die nicht vorab einzelnen Haushaltstiteln zugeordnet sind - von insgesamt rund 182,6 (2026: 154,7) Mio EUR veranschlagt. Davon entfallen 140,55 Mio EUR auf den Konsolidierungsbeitrag. Neu hinzu kommt eine globale Minderausgabe für Effizienzmaßnahmen in Höhe von 42 Mio EUR. Mehr als 60 Prozent der Ausgaben entfallen demnach auf die landwirtschaftliche Sozialpolitik. Dafür sind rund 4,30 Mrd EUR vorgesehen, nach 4,17 Mrd EUR 2026. Die Zuschüsse zur Alterssicherung der Landwirte steigen von 2,42 Mrd auf 2,47 Mrd EUR. Für die Krankenversicherung der Landwirte sind 1,71 (1,59) Milliarden Euro eingeplant. Die Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung sinken dagegen von 120 Mio auf 90 Mio EUR. Weniger Geld soll für die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) zur Verfügung stehen. Der Bundesanteil sinkt von 907 Mio auf rund 853,3 Mio EUR. Davon entfallen rund 606,3 (660) Mio EUR auf Maßnahmen des allgemeinen Rahmenplans, der ländlichen Entwicklung, des Ökolandbaus und der Biodiversität. Für den Küstenschutz in Folge des Klimawandels sind weiterhin 120 Mio EUR und für den präventiven Hochwasserschutz unverändert 127 Mio EUR vorgesehen. Die Ausgaben für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Ernährung liegen mit rund 190,8 Mio EUR geringfügig unter dem Vorjahresansatz von 192 Mio EUR, wie es weiter hieß. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erhält 153,1 (144,9) Mio EUR zur Erstattung seiner Verwaltungskosten sowie rund 16,9 (19,6) für Investitionen. Für Marktordnung und Maßnahmen der Notfallvorsorge sind rund 278,1 Mio EUR eingeplant, nach 244,4 Mio EUR 2026. Die Ausgaben für "Nachhaltigkeit, Forschung und Innovation" sollen hingegen von rund 356,1 Mio auf 300,4 Mio EUR sinken. Für internationale Maßnahmen stehen rund 57,5 (65,4) Mio EUR zur Verfügung. Deutlich geringer fällt den weiteren Angaben nach auch der Ansatz für die Förderung des Umbaus der Tierhaltung aus. Dafür sind 148 Mio EUR vorgesehen, nach 253 Mio EUR 2026. Davon entfallen 50 (37,5) Mio EUR auf die Förderung laufender Mehrkosten für höhere Tierwohlstandards. Für Investitionen in Stallumbaumaßnahmen stehen 98 (215,5) Mio EUR bereit. Laut Entwurf ist der Rückgang auf das Auslaufen des Programms zurückzuführen.Zusätzliche Mittel für Aufgaben des BMLEH stehen außerhalb des Einzelplans im Klima- und Transformationsfonds (KTF) zur Verfügung. Dort sind unter anderem 128,56 (80,69) Mio EUR für Zuschüsse zu Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft und Landnutzung vorgesehen. Weitere 56,57 (36) Mio EUR entfallen auf Investitionsförderungen für Klimaschutzmaßnahmen in Landwirtschaft und Landnutzung. Beim Titel "Maßnahmen zum Natürlichen Klimaschutz" bewirtschaftet das BMLEH 170,1 Mio EUR.Auch im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) finden sich demnach Mittel des Landwirtschaftsministeriums. Für nicht näher bezeichnete Aufträge und Dienstleistungen im Bereich Informationstechnik sind dort rund 20,24 (15,12) Mio EUR vorgesehen. Für den Aufbau von "Food Systems Research Hubs/Konsortien in Deutschland" steigt der Ansatz von 2 Mio auf 6 Mio EUR.MBI/12/sru/ste/21.8.2026