Neue Nährstoffkreisläufe/Studie untersucht Dünger aus Reststoffen

Veröffentlicht: 19.08.2026

Nährstoffreiche Reststoffe aus der Tierhaltung erhalten, in hochwertige Dünger umwandeln und so regionale Nährstoffkreisläufe schließen – dies ist das Ziel des Forschungsprojekts ReKorD an der Hochschule Hof. ReKorD steht für "Realisierung einer überregionalen Kreislaufwirtschaft durch Entwicklung eines organo-mineralischen, makrogranulierten Düngemittels auf Basis von Reststoffen der Tierhaltung". Das Vorhaben wird am Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa) der Hochschule Hof durchgeführt. Es soll Landwirtschaft unabhängiger von mineralischen Düngemitteln machen und gleichzeitig Ressourcen schonen. Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stehen sogenannte organo-mineralische Düngerpellets, wie die Hochschule erläutert. Dabei handelt es sich um gepressten Dünger, der sowohl organische Bestandteile aus landwirtschaftlichen Reststoffen als auch mineralische Nährstoffe enthält. Durch ihre Pelletform soll er sich einfacher lagern, transportieren und gleichmäßig auf landwirtschaftlichen Flächen ausbringen lassen. Der Ansatz verbinde Kreislaufwirtschaft und moderne Verfahrenstechnik mit dem Ziel, eine ressourceneffiziente Alternative zu herkömmlichen mineralischen Düngemitteln zu entwickeln, teilt die Hochschule Hof mit. Sie verweist zum Hintergrund des Vorhabens darauf, dass steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die begrenzte Verfügbarkeit mineralischer Rohstoffe die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellen. Gleichzeitig fielen insbesondere in viehstarken Regionen große Mengen nährstoffreicher Reststoffe an, deren Potenzial bislang nur teilweise ausgeschöpft werde, erklärt Projektleiter Harvey Harbach von der bayrischen Hochschule (University of Applied Sciences). Es gehe bei ReKorD darum, wertvolle Nährstoffe dort zu halten, wo sie entstehen, und sie in einer Form verfügbar machen, die sich effizient transportieren und gezielt einsetzen lässt, berichtet der Wissenschaftler . So schaffe man die Grundlage für eine Ressourcen schonende und zugleich auch wirtschaftliche Landwirtschaft, betont Harbach. Er hat an der Hochschule Hof den Forschungsschwerpunkt "Ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion" als eigenständiges Forschungsprofil aufgebaut und vertritt das Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa) der Hochschule Hof als stellvertretender Institutsleiter. Nach seinen Angaben ist dem interdisziplinären Forschungsteam inzwischen ein bedeutender Entwicklungsschritt gelungen: Erstmals konnten im Labormaßstab erfolgreiche Prototypen der Düngerpellets hergestellt werden. Mithilfe einer Hydraulikpresse entstanden die ersten funktionsfähigen Pellets, die das entwickelte Verfahren grundsätzlich bestätigen, so Harbach. Aktuell befindet sich das Projekt in der sogenannten Proof-of-Concept-Phase, in der geprüft wird, ob eine technische Idee grundsätzlich funktioniert und später in die Praxis überführt werden kann. Der erste erfolgreiche Entwicklungsschritt bestätige jedoch bereits die technische Machbarkeit des entwickelten Pelletierungskonzepts und bilde eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung, versichert die Hochschule Hof. Die ersten erfolgreichen Pelletprototypen zeigten, dass der Ansatz funktioniere, bestätigt Projektleiter Harbach. Nun sollen die Materialeigenschaften weiter verbessert und der Herstellungsprozess so optimiert werden, dass eine wirtschaftliche Produktion möglich wird. Dazu untersucht das Forschungsteam derzeit unter anderem die optimale Zusammensetzung der Materialien, die mechanische Stabilität der Pellets, ihre Lagerfähigkeit sowie eine kontrollierte Freisetzung der enthaltenen Nährstoffe. Gefördert wird ReKorD durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms "Investitionen in Beschäftigung und Wachstum" Bayern 2021-2027.MBI/jc/ste/19.8.2026 

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