Veröffentlicht: 24.06.2026
Wenige Tage vor einem Besuch des chinesischen Handelsministers Wang Wentao in Brüssel hat der Botschafter des Landes bei der EU vor "diskriminierenden" Handelsmaßnahmen gewarnt und mit Gegenmaßnahmen gedroht. "Die beiden Seiten sind Partner, keine Rivalen und ganz gewiss keine Feinde", sagte der Cai Run bei einer Veranstaltung in Brüssel am Mittwoch. "Wir lehnen restriktive und diskriminierende Maßnahmen gegen China ab, die im Namen der Risikominimierung und der Verringerung von Abhängigkeiten ergriffen werden", sagte der Botschafter.Sollte die EU auf solche Maßnahmen bestehen, werde China "Gegenmaßnahmen ergreifen müssen, um seine legitimen Interessen zu verteidigen", mahnte er. "Wir sind voll und ganz in der Lage, wirtschaftliche und handelspolitische Differenzen und Spannungen durch Dialog zu lösen", führte der Botschafter aus. Die EU hat in den vergangenen Wochen wiederholt über das wachsende Handelsdefizit mit China geklagt. Die EU wirft Peking unter anderem vor, den eigenen Unternehmen mit Staatshilfen einen unfairen Vorteil auf dem Weltmarkt zu verschaffen.Auf dem EU-Gipfel vergangene Woche sprachen sich die Staats- und Regierungschefs zwar dafür aus, weiter auf Dialog zu setzen. Gleichzeitig bereiteten sich aber auch eine härtere Gangart vor, in dem sie die EU-Kommission dazu aufforderten, neue Möglichkeiten zum Vorgehen bei handelspolitischen Problemen auszuloten. Dass China weder auf der Agenda noch in der Abschlusserklärung des Gipfels erwähnt wird zeigte, wie groß die Furcht vor der Handelsmacht Pekings in den europäischen Hauptstädten ist.Diplomaten verweisen unter anderem auf den Handelskrieg, den US-Präsident Donald Trump mit China vom Zaun gebrochen hatte. Ein Handelskonflikt mit der Volksrepublik müsse vermieden werden. Chinas Handelsminister Wang wird am Montag in Brüssel erwartet. Dort wird er Gespräche mit EU-Handelskommissar Maros Sefcovic führen.MBI/AFP/aul/24.6.2026