Veröffentlicht: 18.06.2026
Spot-Eisenerz ist erstmals seit Ende Februar unter 100 US-Dollar je Tonne gefallen. Dies sei wahrscheinlich auf Sorgen über die Stahlnachfrage in China und auf niedrigere Dieselpreise zurückzuführen, meint Vivek Dhar, Analyst bei der Commonwealth Bank of Australia. In China sei die Bautätigkeit weiterhin schwach, so Dhar. Eine leichte Verbesserung der Baubeginne im Monatsvergleich wird seiner Meinung nach kaum die Befürchtungen zerstreuen, dass sich der Immobiliensektor verschlechtert. Der jüngste Rückgang der Ölpreise habe zudem das Kostenstützungsniveau für Eisenerzproduzenten rapide gesenkt, für die Diesel typischerweise einen großen Teil der Ausgaben ausmache, fügt er hinzu. Noch im Mai notierte Eisenerz über 110 US-Dollar je Tonne.Im frühen asiatischen Handel am Donnerstag gaben die Eisenerzpreise angesichts eines hohen Angebots nach. Der meistgehandelte Eisenerz-Kontrakt an der Dalian Commodity Exchange fiel um 1,3 Prozent auf 745,00 Yuan je Tonne. Die Exporte aus dem Eisenerzprojekt Simandou in Guinea seien im Mai, sechs Monate nach der ersten Lieferung nach China, stark gestiegen, so die Analysten von ANZ Research. Das höhere Angebot treffe auf schwache Wirtschaftsdaten aus China, wobei die Anlageinvestitionen für den Zeitraum Januar bis Mai unter den Erwartungen geblieben seien. Unterdessen würden die Eisenerzpreise auch durch den Einbruch der Rohölpreise belastet, da die daraufhin schwächeren Frachtraten Druck auf die Lieferpreise nach China ausübten.MBI/DJN/gil/18.6.2026