Veröffentlicht: 16.06.2026
Die chinesische Stahlproduktion ist im Mai bereits den 13. Monat in Folge gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Nach Einschätzung von Analysten der Commerzbank (CoBa) deuten auch weitere Konjunkturdaten auf eine anhaltend schwache Stahlnachfrage hin. Insbesondere die Krise am chinesischen Immobilienmarkt hält demnach an. Auch aus der Industrie kämen kaum positive Signale: Die Automobilproduktion stagniere seit mehreren Monaten beziehungsweise sei rückläufig und falle damit als wichtiger Impulsgeber für die Stahlnachfrage aus.
Vor diesem Hintergrund sind laut CoBa die Eisenerzbestände in chinesischen Häfen in den vergangenen Wochen erneut gestiegen – entgegen dem saisonalen Trend, der üblicherweise zwischen April und Oktober sinkende Lagerbestände vorsieht. Zudem lägen die Vorräte weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre. "Die Commerzbank sieht daher kurzfristig keine positiven Impulse aus China für den Eisenerzmarkt. Der Eisenerzpreis stand im Juni bereits unter Druck und drohte an der Börse in Singapur zuletzt wieder unter die Marke von 100 US-Dollar je Tonne zu fallen", heißt es in einer Researchnotiz.MBI/DJN/gil/16.6.2026