Veröffentlicht: 21.05.2026
Verbraucherschützer werfen den Online-Plattformen Google, Meta und Tiktok ein unzureichendes Vorgehen gegen mutmaßlich betrügerische Finanzwerbung vor. In einer gemeinsamen Aktion europäischer Organisationen wurden deshalb Beschwerden bei der EU-Kommission und nationalen Behörden eingelegt, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag mitteilte. Diese müssten dafür sorgen, "dass es Konsequenzen für die Verbreitung betrügerischer Angebote gibt", forderte vzbv-Vorständin Ramona Pop.Eingelegt wurden die Beschwerden demnach vom europäischen Verbraucherverband BEUC und 29 Mitgliedsorganisationen aus 27 Ländern. Hintergrund ist, dass den Verbraucherschützern zufolge zwischen Dezember 2025 und März 2026 fast 900 Werbeanzeigen gemeldet wurden, die im Verdacht stehen, gegen EU-Recht zu verstoßen. Die Plattformen hätten aber "lediglich 27 Prozent der gemeldeten Anzeigen entfernt", kritisierte der vzbv. 52 Prozent der Hinweise seien "abgelehnt oder ignoriert" worden.Das bedeute, "dass weiterhin unzählige Finanzbetrugsmaschen aktiv sind, die finanzielle Verluste und andere Schäden verursachen können", warnten die Verbraucherschützer. Dazu zählen demnach beispielsweise Fakeshops oder unseriöse Finanz-Coachings - aber auch Anzeigen, die etwa bei komplexen Optionshandelsgeschäften die Risiken verharmlosen. Das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) schreibe vor, dass Plattformen gegen die Verbreitung "betrügerischer Finanzwerbung" vorgehen müssten, hoben die Verbraucherschützer hervor.Auch Google, die Facebook-Mutter Meta und Tiktok müssten zur Einhaltung des DSA verpflichtet werden. "Dazu gehört, Wiederholungstäter von den Plattformen zu sperren und proaktiv nahezu identische Werbeanzeigen zu entfernen", erklärte der vzbv. "Bei anhaltenden Verstößen sollte die Europäische Kommission Geldbußen verhängen", forderten die Verbraucherschützer.MBI/AFP/aul/21.5.2026