Veröffentlicht: 29.04.2026
Der Präsident des Deutscher Bauernverband, Joachim Rukwied, hat angesichts der aktuellen Entwicklung der Agrarstimmung rasche politische Maßnahmen gefordert. Die Ergebnisse des jüngsten Agrarbarometers seien ein klares Warnsignal, da viele Betriebe zunehmend unter Liquiditätsdruck durch niedrige Erzeugerpreise und steigende Kosten gerieten. Rukwied sprach sich am Mittwoch unter anderem für schnelle Entlastungen sowie die Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage aus, um die Krisenfestigkeit der Betriebe zu stärken. Hintergrund ist das aktuelle Agrarbarometer der Landwirtschaftlichen Rentenbank, das eine weitere Verschlechterung der Stimmung in der Landwirtschaft zeigt. Der Agrar-Geschäftsklimaindex sank im Frühjahr 2026 von minus 2,4 auf minus 2,6 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2016. Besonders deutlich verschlechterte sich die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die von minus 0,1 auf minus 1,2 Punkte zurückging. Als Hauptursachen gelten gestiegene Betriebsmittelkosten sowie niedrige Preise für pflanzliche Erzeugnisse, verstärkt durch geopolitische Unsicherheiten. Der Ausblick auf die kommenden Jahre fiel hingegen etwas weniger negativ aus. Die Erwartungen verbesserten sich leicht, vor allem in der Tierhaltung, während sie im Ackerbau weiter gedämpft blieben. Insgesamt bewertet ein Großteil der Betriebe die aktuelle Lage weiterhin als zumindest befriedigend. Gleichzeitig nimmt die Investitionsbereitschaft ab. Zwar haben in den vergangenen zwölf Monaten noch 71 Prozent der Betriebe investiert, für die kommenden zwölf Monate planen jedoch nur noch 55 Prozent entsprechende Ausgaben. Wenn investiert wird, sollen die Volumina allerdings steigen, insbesondere bei Stallbauten und erneuerbaren Energien. Die betriebliche Liquidität wird mehrheitlich weiterhin als stabil eingeschätzt. Mehr als 80 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als mittel bis sehr gut, wobei der Anteil mit guter oder sehr guter Liquidität zuletzt wieder leicht gestiegen ist.MBI/12/ste/ssc/29.4.2026