Veröffentlicht: 27.04.2026
Der Maisanbau in der Europäischen Union dürfte im Jahr 2026 weiter zurückgehen, da steigende Kosten für Düngemittel und Energie die Attraktivität für Landwirte bei der Aussaat von Sommerfrüchten verringern, so Analysten. Nach Einschätzungen der britischen Analystenhäuser Expana und Argus Media könnte die Körnermaisfläche erstmals in diesem Jahrhundert unter 8 Millionen Hektar fallen, wie Reuters weiter berichtet. Neben niedrigen Margen und Wetterrisiken durch extreme Sommerbedingungen wirken sich insbesondere die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Betriebsmittelkosten belastend aus. Mais zählt zu den besonders düngerintensiven Kulturen und muss in Westeuropa häufig nach der Ernte getrocknet werden, was zusätzliche Energiekosten verursacht. Die stark gestiegenen Preise für Energie und Düngemittel verschärfen diese Kostennachteile. In Frankreich dürfte die Körnermaisfläche dem Bericht zufolge deutlich sinken. Der Erzeugerverband AGPM erwartet demnach einen Rückgang um 10 bis 15 Prozent, was einem Minus von rund 200.000 ha entspricht. Gleichzeitig profitieren Ölsaaten wie Sonnenblumen von besseren Margen und gewinnen an Fläche. Trotz einer Trockenphase, die den Aussaatfortschritt begünstigte, bleibt die weitere Entwicklung witterungsabhängig. Laut FranceAgriMer waren Anfang der Woche bereits 56 Prozent der Maisflächen bestellt und damit mehr als im fünfjährigen Mittel. Niederschläge Anfang Mai gelten als entscheidend für die vegetative Entwicklung der Bestände. Auch in Polen wird ein leichter Rückgang erwartet. Die Anbaufläche könnte auf etwa 1,25 Mio ha sinken, nach rund 1,3 Mio ha im Vorjahr, so Sparks Polska. Steigende Düngemittelpreise dürften zwar dämpfend wirken, allerdings begrenzen fehlende Alternativen und zuletzt stabile Maispreise den Rückgang. In Deutschland hingegen könnte die Maisfläche zulegen. Der Deutsche Raiffeisenverband rechnet mit einem Anstieg um 3,5 Prozent auf 507.000 ha. Frühzeitige Düngemittelkäufe vor Ausbruch des Konflikts haben die Kostenbelastung für viele Betriebe abgefedert, sodass die Preisanstiege bislang nur begrenzte Auswirkungen zeigen, so der Bericht. MBI/11/ste/ssc/27.4.2026