Hilfsorganisation/Globaler Hunger bleibt auf kritischem Niveau

Veröffentlicht: 24.04.2026

Der weltweite Hunger bleibt auch im Jahr 2026 auf einem kritischen Niveau. Das geht aus dem aktuellen "Global Report on Food Crises" hervor, auf den die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger verweist. Demnach verschärfen vor allem bewaffnete Konflikte, extreme Wetterereignisse und eine deutlich gesunkene internationale Finanzierung die Lage in vielen Ländern.   Im Jahr 2025 waren laut Bericht 266 Millionen Menschen in 47 Staaten von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Davon lebten 1,4 Millionen Menschen unter katastrophalen Bedingungen der höchsten Hungerstufe, unter anderem in Haiti, Sudan, Mali, Jemen und im Gazastreifen. Erstmals wurden zudem zwei Hungersnöte offiziell festgestellt, in Gaza und im Sudan.   Besonders betroffen sind Kinder. Schätzungen zufolge litten 2025 rund 35,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren in 23 Krisenländern an akuter Mangelernährung, darunter 9,7 Millionen in einer schweren, lebensbedrohlichen Form.   Die Krise konzentriert sich zunehmend auf wenige Länder. Zehn Staaten vereinten zuletzt rund zwei Drittel aller Betroffenen, wobei Nigeria, der Kongo und der Sudan allein fast ein Drittel ausmachten. Während es in einzelnen Regionen leichte Verbesserungen gab, verschlechterte sich die Lage unter anderem in Afghanistan, Myanmar und dem Kongo deutlich.   Als zentrale Treiber nennt der Bericht neben Konflikten auch wirtschaftliche Verwerfungen. Steigende Energie- und Düngemittelpreise infolge geopolitischer Spannungen treiben die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe und belasten insbesondere fragile Staaten zusätzlich.   Zugleich ging die internationale Unterstützung deutlich zurück. Die Finanzierung humanitärer Maßnahmen im Ernährungsbereich sank 2025 um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Entwicklungshilfe um mindestens 15 Prozent, wie die Hilfsorganisation berichtet. Ohne eine Trendwende bei Finanzierung, Konfliktprävention und Klimaanpassung drohen laut Bericht weitere Hungersnöte.MBI/12/ste/ssc/24.4.2026 
 

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