INSG rechnet mit Defizit am Nickelmarkt /Eramet plant Produktionsstopp in Weda Bay, Indonesien

Veröffentlicht: 23.04.2026

Das französische Bergbauunternehmen Eramet plant, die Produktion in seiner Nickelmine in Indonesien im Mai vorübergehend einzustellen. Dies geschehe, während das Unternehmen darauf warte, ob es von den Behörden eine zusätzliche Fördermenge genehmigt bekommt, teilt Eramet in seinem Bericht zum ersten Quartal mit. Das Nickelbergbau-Joint-Venture PT Weda Bay von Eramet erhielt für dieses Jahr zunächst eine Fördergenehmigung über zwölf Millionen Tonnen Nickelerz, gegenüber ursprünglich 32 Millionen Tonnen für 2025. Dies ist Teil von Maßnahmen Indonesiens, das Angebot im Bergbau stärker zu regulieren. Eramet wird nach eigenen Angaben seine genehmigte Fördermenge bis Mitte Mai ausschöpfen, wobei sich die Weda-Bay-Mine darauf vorbereitet, im kommenden Monat in einen Care-and-Maintenance-Betrieb überzugehen. PT Weda Bay habe einen Antrag auf Erhöhung der Fördergenehmigung gestellt. Innerhalb der ursprünglich genehmigten Menge seien die neun Millionen Tonnen Nickelerz für den externen Verkauf bereits bis Mitte April ausgeschöpft worden, während die verbleibende Produktion für die angrenzende Verarbeitungsanlage des Joint Ventures bestimmt sei.
 
Unterdessen rechnet die International Nickel Study Group (INSG) in diesem Jahr nach Angaben der Commerzbank mittlerweile statt mit einem Plus von rund 260.000 Tonnen nun mit einem Defzit in Höhe von 32.000 Tonnen. Zwar sei der Markt damit nur leicht unterversorgt, dennoch stelle dies eine massive Verschlechterung der Angebotslage dar, schreiben die Analysten. "Hatte die INSG zuvor noch einen Produktionszuwachs in diesem Jahr von rund sieben Prozent zum Vorjahr prognostiziert, rechnet sie jetzt mit einem Rückgang von vier Prozent. Grund für die Revision dürften (auch) die staatlichen Einschränkungen der Minenproduktion im wichtigsten Förderland Indonesien sein", so die CoBa-Analysten.Laut Eramet dürfte die Nachfrage nach Primärnickel im Jahr 2026 steigen. Gleichzeitig bestünden weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich des Wachstums des Nickelangebots, bedingt durch Einschränkungen bei Bergbaugenehmigungen in Indonesien sowie durch Schwierigkeiten bei der Schwefelversorgung und steigenden Schwefelpreisen, die HPAL-Anlagen (High Pressure Acid Leach) belasten. "Für 2026 liegt der Marktkonsens für die Nickelpreise an der London Metal Exchange derzeit bei rund 16.700 US-Dollar pro Tonne, was einem Anstieg von etwa zehn Prozent gegenüber 2025 entspricht, und könnte je nach weiterer Entwicklung nach oben revidiert werden", so Eramet.
 
MBI/gil/23.4.2026 
 

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