Produkte von Tenaris betroffen/Kanada geht gegen Stahldumping vor

Veröffentlicht: 23.04.2026

Das Canadian International Trade Tribunal (CITT) hat Antidumpingzölle auf ausländische Stahlimporte beschlossen. Betroffen sind Produkte des Unternehmens Tenaris sowie von bestimmten Exporteuren aus Südkorea, der Türkei und den Philippinen. Das Tribunal stellte fest, dass diese Produkte zu Dumpingpreisen auf dem kanadischen Markt angeboten wurden und der heimischen Stahlindustrie dadurch erheblicher Schaden entstanden ist, wie das CITT und das kanadische Unternehmen Interpro Pipe + Steel unabhängig voneinander mitteilten. Das Verfahren wurde von Interpro Pipe + Steel und der Welded Tube of Canada Corporation eingeleitet. Sie hatten entsprechende Anträge sowohl beim CITT als auch bei der Canada Border Services Agency (CBSA) eingereicht. Tenaris S.A. mit Hauptsitz in Luxemburg und Produktionsstätten in ganz Kanada sowie Exporteure aus Südkorea, der Türkei und den Philippinen hatten laut einer Entscheidung der CBSA gedumpten ausländischen Stahl in Westkanada verkauft. Die nun neu eingeführten Zölle gelten für einen Zeitraum von fünf Jahren. Damit soll die kanadische Stahlindustrie langfristig vor unfairem Wettbewerb aus dem Ausland geschützt werden."Diese Entscheidung sendet eine klare Botschaft: Kanada wird nicht zulassen, dass seine Arbeitnehmer und Industrien durch unfairen Handel unterboten werden", kommentierte Doug Matthews, Direktor von Interpro und CEO von Orion Steel: "Die Beweise zeigten, dass gedumpter Stahl – oft unter schwächeren Arbeitsschutzbedingungen und geringeren Umweltstandards produziert – eingesetzt wurde, um hochwertigen kanadischen Stahl zu verdrängen, der von qualifizierten Gewerkschaftsarbeitern hergestellt wird." Das sei kein fairer Wettbewerb, das Urteil trage dazu bei, dies zu korrigieren und stehe im direkten Einklang mit der "Buy Canadian"-Agenda von Premierminister Mark Carney.Interpro Pipe + Steel, früher unter dem Namen Evraz North America bekannt, ist nach eigenen Angaben Kanadas einziger vertikal integrierter inländischer Produzent spezialisierter Oil Country Tubular Goods (OCTG) für den Energiesektor, deren Stahl in Kanada geschmolzen und gegossen wird. Das Unternehmen mit Produktionsanlagen auf EAF-Basis sei ein Eckpfeiler der nationalen Energiesicherheit Kanadas. Bestimmte ausländische Exporteure könnten nicht länger von der Nutzung billigen Stahls profitieren, erklärte das CITT. Dies gelte insbesondere für Stahl aus Ländern, die ausbeuterische Arbeitspraktiken und niedrige Umweltstandards zuließen. Das CITT will in den kommenden Wochen weitere Details zu den Zöllen in seiner Begründung veröffentlichen.
 
MBI/gil/23.4.2026
 

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