PIK-Studie/Drastische Folgen durch AMOC-Zusammenbruch

Veröffentlicht: 07.04.2026

Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), veröffentlicht in Nature Communications Earth & Environment, warnt vor den drastischen Folgen eines Zusammenbruchs der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC). Ein solches Ereignis könnte dazu führen, dass der Ozean, der bisher ein Viertel der menschlichen CO₂-Emissionen aufgenommen hat, von einer Senke zu einer Quelle wird. Durch verstärkte Durchmischung gelangt CO₂-reiches Tiefenwasser an die Oberfläche des Südlichen Ozeans und wird in die Atmosphäre freigesetzt. Dieser Prozess würde die globale Erwärmung zusätzlich um etwa 0,2 °C (im Bereich von 0,17 °C bis 0,27 °C) verstärken
 
Die Forschenden stellten fest, dass die Stabilität der AMOC stark von der CO₂-Konzentration abhängt. Während sich die Strömung bei vorindustriellen Werten von 280 ppm nach einem Süßwasserschock noch erholen könnte, bleibt sie bei Werten ab 350 ppm – was deutlich unter dem heutigen Niveau von ca. 430 ppm liegt – dauerhaft im "Aus"-Zustand.
 
Regional wären die Auswirkungen noch extremer: Bei einer Konzentration von 450 ppm würde ein AMOC-Kollaps die Antarktis um 6 °C erwärmen, während die Arktis um 7 °C abkühlen würde. Die Studie unterstreicht, dass das Risiko für diese unumkehrbaren Klimafolgen mit jeder weiteren Emission steigt, da höhere CO₂-Konzentrationen das System in einen instabilen Zustand treiben.MBI/sir/7.4.2026
 
 

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