Veröffentlicht: 02.03.2026
Die globale Bergbauindustrie steht vor einem Spagat zwischen Nachfrage-Boom und Nachhaltigkeit – verbunden mit hohen notwendigen Investitionen. Insgesamt 1,1 Billionen US-Dollar benötigt die Industrie weltweit bis 2040. Mit etwa 800 Milliarden Dollar entfällt der Großteil dieser Investitionen auf den dringend notwendigen Ausbau von Kapazitäten, um den Nachfrage-Boom von KI und grünen Technologien zu decken. Weitere rund 450 Milliarden Dollar benötigt die Branche für die Verbesserung der eigenen Nachhaltigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kreditversicherers Allianz Trade. Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass sich bis 2040 die Nachfrage nach Lithium verfünffachen und die nach Graphit und Nickel verdoppeln könnte. Bei Kobalt und Seltenen Erden könnte der Bedarf um 50 bis 60 Prozent steigen, bei Kupfer um etwa 30 Prozent. Um diesen Anstieg zu bewältigen, sind laut Studienautoren nicht nur neue Minen erforderlich, sondern auch erweiterte Verarbeitungskapazitäten, Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte. Gleichzeitig wird sich der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich mehr als verdoppeln, was die Notwendigkeit von Investitionen in das Stromnetz und zusätzliche Materialien unterstreicht. Neue Projekte benötigen Jahre für die Genehmigung und Finanzierung und sehen sich steigenden ökologischen und sozialen Standards gegenüber. Das Tempo, mit dem die Förder- und Verarbeitungskapazitäten wachsen können, ist daher ein Flaschenhals. Gleichzeitig besteht der Studie zufolge die Gefahr, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verlängern und den Klimawandel zu beschleunigen, falls es nicht gelinge, "verantwortungsbewusst zu skalieren". Umweltbelastungen verstärken laut Studie diese Engpässe. Der Bergbau trage etwa zwei bis vier Prozent zum globalen Bruttoinlandsprodukt bei und sichere den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen. Gleichzeitig sei der Bergbau für vier bis sieben Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sowie für die Abholzung von Waldflächen.Die Studienautoren schätzen den kumulierten Investitionsbedarf bis 2040 für zusätzlichen und nachhaltigen Bergbau, die Verarbeitung der geförderten Mineralien und den Ausbau der Aufbereitung von Mineralien in der Kreislaufwirtschaft auf rund 1,1 Billionen US-Dollar. Eine Unterinvestition berge das Risiko, dass später die Gesellschaft für die ausgebliebenen Stilllegungsrückstellungen aufkommen muss und das Projektrisiko steigt.Zur Studie:https://www.allianz-trade.com/content/dam/onemarketing/aztrade/allianz-trade_com/en_gl/erd/publications/2026-02-25-mining-AZT.pdf MBI/crb/2.3.2026