Veröffentlicht: 26.02.2026
Steigende Vergleichspreise bei Pflanzenölen sowie eine robuste Nachfrage haben zuletzt die Canolakurse an der ICE in Winnipeg gestützt. Höhere Rohöl- und Sojaölpreise sowie neue kanadische Canolaexporte nach China hätten den Wert der Ölsaat steigen lassen, sagte David Derwin, Rohstoff-Investmentberater bei Ventum Financial in Winnipeg. "Man sieht eine Art Kettenreaktion: Steigt der Rohölpreis, zieht zunächst Sojaöl an und dann auch Canola", so Derwin. "Sojaöl war ein Teil dieser Aufwärtsbewegungen, aber auch andere Faktoren haben geholfen."
Zudem hätten Investmentfonds ihre Netto-Position bei Canola angesichts von Spekulationen über die US-Biokraftstoffquote für 2026 von Short auf Long gedreht. Derzeit zeichne sich ein mögliches Ende der Rally ab, doch Derwin verwies darauf, dass der Markt zuvor technische Widerstände durchbrochen habe, als die Preise noch um 10 bis 20 Kanadische Dollar je Tonne niedriger lagen. Er sieht weiterhin Aufwärtspotenzial.
"Diese Widerstandsniveaus sind nicht in Stein gemeißelt und können sich verschieben", sagte er. "Seit Jahresbeginn hat Canola um ungefähr 80 Kanadische Dollar je Tonne zugelegt. Das ist eine starke Bewegung in kurzer Zeit. Der Trend zeigt weiterhin nach oben, auch wenn es auf dem Weg Phasen geben wird, in denen die Preise um 10 bis 15 Dollar je Tonne nachgeben und dennoch in einem kurzfristigen Aufwärtstrend bleiben."
Unterstützend wirkten zudem die im vergangenen Monat von China gesenkten Zölle auf kanadisches Canola sowie die inländische Nachfrage. Derwin bezeichnete einen Verkauf von Canola am 20. Februar als "einen der größten seit mindestens zehn Jahren". "Es gibt definitiv Käufe durch Getreideunternehmen und Endverbraucher. Die Nachfrage ist recht stark, und ein Teil davon ist auf den China-Faktor zurückzuführen", ergänzte er.
Ein weiterer Einflussfaktor auf die Canolakurse dürfte der Bericht von Statistics Canada zu den wichtigsten Feldfruchtflächen am 5. März sein. Es handelt sich um die erste Veröffentlichung mit geschätzten Anbauflächen für das Erntejahr 2026/27. Allerdings basieren die Zahlen auf einer Umfrage, die vor der Zollsenkung Chinas auf kanadisches Canola durchgeführt wurde. Dadurch könnten die Canolaflächen unterschätzt worden sein.
"Es besteht immer das Potenzial für Überraschungen oder interessante Zahlen aus dem Bericht. Ich gehe davon aus, dass viele der Faktoren, die Canola zuletzt gestützt haben, auch weiterhin Bestand haben werden", so Derwin.
MBI/DJN/ste/sru/26.2.2026