eFuel Alliance/Neue Fahrzeugklasse für CO2-neutrale Kraftstoffe gefordert

Veröffentlicht: 19.02.2026

Die eFuel Alliance fordert eine neue Fahrzeugklasse für ausschließlich mit CO2-neutralen Kraftstoffen betriebene Fahrzeuge und eine Stärkung der sogenannten "Fuel Credits".  Das "Automobilpaket" der EU-Kommission ermöglicht ab 2035 begrenzte Flexibilität und senkt die Emissionsminderung von 100 Prozent auf 90 Prozent. Ein Teil der Emissionsminderung kann über CO2‑reduzierte Materialien wie grünen Stahl und über erneuerbare Kraftstoffe (Fuel Credits) erbracht werden. Für CO2‑neutrale Kraftstoffe sieht der Vorschlag ein Anrechnungslimit von 3 Prozent vor: "Ein erster Schritt, doch das liegt weit unterhalb des technischen und wirtschaftlichen Potenzials. Die EU riskiert, Chancen für Klimaschutz, Beschäftigung und industrielle Wertschöpfung zu verschenken", warnt Ralf Diemer, Hauptgeschäftsführer der eFuel Alliance. Für den Blick auf den Lebenszyklus sind aus Sicht des Verbandes zwei Änderungen in den CO2-Standards notwendig: erstens, die Definition einer neuen Fahrzeugklasse für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die ausschließlich mit CO₂‑neutralen Kraftstoffen betrieben und in der CO2‑Flottenregulierung als Nullemissionsfahrzeuge definiert werden.  "Die EU-Kommission geht in der eigenen wissenschaftlichen Folgeabschätzung davon aus, dass die Einführung einer solchen Fahrzeugklasse zu einer schnelleren Emissionsminderung führt. Dennoch fehlt diese Fahrzeugklasse im Koalitionsvorschlag. Die Definition derselben ist ein Versprechen der Kommission an die Bundesregierung und eine Kernaufgabe der Überarbeitung der Flottenstandards. Wir erwarten hier Ergebnisse", erklärt Diemer.  Damit diese Fahrzeuge ihr Potenzial entfalten können, müssten zweitens erneuerbare Kraftstoffe über "Fuel Credits" angerechnet werden dürfen. Mittels sogenannter "Fuel Credits" erkennt die EU‑Kommission erstmals Emissionsminderungen an, die durch den Einsatz CO2‑neutraler Kraftstoffe im Betrieb von Fahrzeugen erzielt werden. "Das ist ein großer Erfolg auf dem Weg, Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu messen. Unsere Mitglieder sehen darin ein Signal für Investitionen in nachhaltige Kraftstoffe wie eFuels. Dieses Signal muss sich jetzt konkret umsetzen lassen", erklärt Diemer. Die eFuel Alliance fordert daher konkret für die Flexibilitätsoption "Fuel Credits" die Streichung der 3‑Prozent‑Obergrenze für Fuel Credits, die sofortige Gültigkeit von Fuel Credits und die Anrechnung aller nach der erneuerbaren Energierichtlinie gültigen Kraftstoffe auf die Fuel Credits.Ihre Forderungen begründet die eFuel Alliance auf aktuellen Mengenprognosen für erneuerbare Kraftstoffe im EU-Verkehrssektor. Laut einem Report der Working Group on Monitoring Methodologies liege das Potenzial auf Seite der Hersteller erneuerbarer Kraftstoffe bis 2050 zwischen 238,8 und 386 Megatonnen Ölequivalent. Die Nachfrage des EU-Verkehrssektors schwanke zwischen 80 und 170 Megatonnen. Das Potenzial erneuerbarer Kraftstoffe liege damit höher, als der Straßenverkehr konsumieren könne. Eine Konkurrenz der Kraftstoffmengen mit der Luft- und Schifffahrt schließt sich laut Verband damit aus. Insbesondere der Rat und das EU-Parlament seien nun gefordert, pragmatische Änderungen in den CO2-Standards umzusetzen.MBI/sir/19.2.2026

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