Veröffentlicht: 18.02.2026
Die deutsche Aluminiumindustrie bleibt in der Krise. Im Jahr 2025 sank die Auslastung der Produktionskapazitäten weiter um bis zu 0,8 Prozentpunkte. Wie die Produktionsdaten für das vierte Quartal zeigen, liegt das Produktionsniveau im Vergleich zu 2021 bei nur noch 76 bis 88 Prozent, so der Branchenverband Aluminium Deutschland. "Der wichtigste Aluminiumstandort Europas ist damit seit vier Jahren nicht mehr gewachsen."Die geringe Auslastung im vierten Jahr in Folge sei Symptom einer schwachen Nachfrage in den Zulieferindustrien – insbesondere im Bereich der Automobil-, der Bauindustrie und dem Anlagenbau. "Sie ist aber auch Ausdruck der international nicht mehr wettbewerbsfähigen Standortbedingungen in Deutschland."Die Hauptursachen für den anhaltenden Rückgang sind laut Verband unzureichende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, ein tiefgreifender Strukturwandel sowie die schwache Konjunktur. Zwar verzeichneten inzwischen nicht mehr alle Bereiche der Aluminiumindustrie Rückgänge. Dennoch lägen die Produktionsniveaus nach wie vor deutlich unter dem Stand von 2021. "In der Folge bleibt ein erheblicher Teil der Kapazitäten weiterhin deutlich unterausgelastet, insbesondere im Bereich der mittelständisch geprägten Strangpressindustrie", heißt es.Die Halbzeugproduktion konnte 2025 ihr Vorjahresniveau halten.Sie verzeichnete im vierten Quartal mit rund 518.000 Tonnen ein Plus von zwei Prozent. Im Gesamtjahr 2025 summierte sich die Produktion von Aluminiumhalbzeugen auf rund 2,3 Millionen Tonnen, das war ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Produktion von Walzprodukten lag bei 1,8 Millionen Tonnen und damit um zwei Prozent höher als im Vorjahr, jedoch damit immer noch rund zwölf Prozent unter dem Niveau von 2021. Die Produktion von Strangpressprodukten erreichte 463.000 Tonnen, was einem Rückgang von einem Prozent entspricht und etwa 24 Prozent unter dem Niveau von 2021 liegt.Der Bereich Aluminiumrecycling jedoch wies im vierten Quartal 2025 eine negative Entwicklung auf. Von Oktober bis Dezember recycelten die Unternehmen rund 629.000 Tonnen Aluminium, das waren drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Produktionsniveau des Gesamtjahres lag mit rund 2,7 Millionen Tonnen ein Prozent unter dem Vorjahreswert und 16 Prozent unter dem Niveau von 2021. Zentrale Hemmnisse sind laut Aluminium Deutschland weiterhin die schwache Nachfrage der Kundenindustrien, beispielsweise im Bereich Automobil, Bau oder Anlagenbau sowie eine Verknappung und damit starke Preiserhöhungen bei den Aluminiumschrotten.Verbandspräsident Rob van Gils warnt: "Ohne eine aktive und wirksame Industriepolitik und eine wesentliche Verbesserung der Standortfaktoren wird unsere Industrie nicht bestehen können – Deutschland wird so noch stärker in Rohstoffabhängigkeiten kommen und seine Resilienzziele verfehlen."MBI/crb/18.2.2026