Produktionsstopps/Chinas Exportkontrollen bedrohen M+E-Unternehmen

Veröffentlicht: 12.01.2026

Die chinesischen Exportkontrollen stellen sowohl kurz- als auch mittelfristig eine ernsthafte Bedrohung für die bayerischen M+E-Unternehmen dar. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Demnach sind gut 30 Prozent der Unternehmen direkt oder indirekt von den derzeitigen chinesischen Exportbeschränkungen betroffen. Damit habe sich der Anteil der betroffenen Firmen gegenüber der Erhebung im Sommer leicht erhöht, teilen die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm mit. "Die Betriebe berichten insbesondere von verzögerten oder geringeren Lieferungen Seltener Erden – mit unmittelbaren negativen Auswirkungen", erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von bayme vbm.Mehr als 60 Prozent der von den Exportbeschränkungen betroffenen Betriebe verzeichneten steigende Einkaufspreise. In über 50 Prozent der Betriebe verzögere sich aufgrund der Lieferschwierigkeiten die Produktion und in jedem achten Betrieb kam oder komme es zu Produktionsstopps. "​Darüber hinaus haben gut 15 Prozent der Unternehmen Entwicklungsprojekte gestoppt", sagt Brossardt.Um den Exportkontrollen aus China zu begegnen, ergreifen laut bayme vbm viele M+E-Betriebe verschiedene Maßnahmen. "42 Prozent der Unternehmen diversifizieren bereits heute ihre Lieferketten und jedes fünfte Unternehmen arbeitet daran, die fehlenden Materialen zu substituieren. Gleichzeitig stehen die Unternehmen bei der Erschließung neuer Beschaffungsmärkte vor großen Herausforderungen. So ist es schwierig, überhaupt einen alternativen Lieferanten zu finden. Außerdem belasten die weiterhin bestehenden Handelshemmnisse", führt Brossardt aus.Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände fordern die Politik auf, der Wirtschaft bei der Diversifizierung ihrer Lieferketten für Seltene Erden den Rücken zu stärken. "Vor allem brauchen wir dazu neue Rohstoff- und Handelspartnerschaften", heißt es. "Zudem müssen wir auch beim Recycling deutlich besser werden, derzeit werden lediglich ein Prozent der eingesetzten Seltenen Erden zur Wiederverwertung aufbereitet", erklärt Brossardt. Der Aktionsplan "RESourceEU" gehe hier in die richtige Richtung. Er sieht laut bayme vbm Ausfuhrbeschränkungen für Schrott und Abfälle von Permanentmagneten vor. Diese sollen in Europa bleiben und wiederverarbeitet werden. "Zudem setzen wir auf weitere intensive Verhandlungen mit China, um die bestehenden Exportbeschränkungen für Seltene Erden schnellstmöglich zu lockern," so Brossardt.MBI/gil/12.1.2026

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