Mercosur-Abkommen/Lula will EU weitere Bedenkzeit einräumen

Veröffentlicht: 18.12.2025

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich bereit gezeigt, der EU im Streit um das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten weitere Bedenkzeit einzuräumen. Er werde eine Bitte der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni nach mehr Zeit an die anderen Mercosur-Staaten weitergeben, sagte Lula am Donnerstag in Brasília. Der Abschluss des Abkommens könnte sich nun auf das kommende Jahr verschieben.EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollte das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay eigentlich am Samstag bei einem Gipfeltreffen in Brasilien unterzeichnen. Sie braucht dafür jedoch grünes Licht aus dem Rat der27 EU-Länder, wo sich bislang eine Sperrminorität abzeichnet.Lula hatte am Mittwoch noch gewarnt, seine Geduld sei am Ende. Nun zeigte er sich flexibler: Meloni habe ihn um "eine Woche, zehn Tage, maximal einen Monat" Bedenkzeit gebeten, danach sei Italien zu einer Unterzeichnung berei, sagte er. Er werde nun mit den übrigen drei Mercosur-Staaten über die Bitte beraten.Italiens Stimme gilt im Rat der EU-Staaten als entscheidend. Meloni lehnt das Abkommen nicht kategorisch ab, hatte eine Unterzeichnung noch in dieser Woche aber abgelehnt. Die italienische Regierung sei "bereit, das Abkommen zu unterzeichnen, sobald die Landwirte die notwendigen Antworten bekommen", teilte ihr Büro mit. Diese könnten "in kurzer Zeit festgelegt werden".Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte beim EU-Gipfel am Donnerstag auf einen raschen Abschluss des Abkommens gedrungen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zementierte hingegen seine Ablehnung: "Dieses Abkommen kann nicht unterzeichnet werden", sagte er in Brüssel.MBI/AFP/ssc/18.12.2025 

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