Nachhaltiges Wachstum/EU-Kommission stellt neue Bioökonomie-Strategie vor

Veröffentlicht: 27.11.2025

Die EU-Kommission überarbeitet die europäische Bioökonomie-Strategie von 2018, um nachhaltiges Wachstum durch effiziente Nutzung biologischer Ressourcen zu fördern. Zu diesem Zweck hat die Kommission am Donnerstag in Brüssel einen neuen strategischen Rahmen vorgelegt. Ziel sei ein Übergang zu einer stärker "kreislauforientierten und dekarbonisierten" Wirtschaft, um die Abhängigkeit der EU von fossilen Importen zu verringern. Dabei sollen erneuerbare biologische Ressourcen aus Land und Meer genutzt und Alternativen zu kritischen Rohstoffen bereitgestellt werden, teilte die Kommission mit. "Die Bioökonomie bietet ein enormes Potenzial für eine Ausweitung – von den Produkten, die wir täglich verwenden, über die Häuser, in denen wir leben, bis hin zu großen industriellen Anwendungen", sagte die EU-Kommissarin Jessika Roswall, verantwortlich für Umwelt und Kreislaufwirtschaft. Mit der neuen Strategie will die EU Aktivitäten unterstützen, die in Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Aquakultur, Biomasseverarbeitung, Biofabrikation und Biotechnologie die biologischen Ressourcen nutzen. Die Kommission beziffert das Marktvolumen der Bioökonomie - verstanden als Biomasseproduktion, Biomasseumwandlung in Lebensmittel, biobasierte Materialien und Produkte sowie Bioenergie – für 2023 auf 2,7 Billionen Euro mit 17,1 Millionen Beschäftigten. Beispiele für Produkte sind biobasierte Chemikalien aus Algen, die zur Herstellung von Arzneimitteln, Körperpflegeprodukten und für industrielle Anwendungen verwendet werden. Biobasierte Kunststoffe werden zunehmend in Verpackungen und Automobilteilen eingesetzt. Auch biobasierte Bauprodukte, Textilfasern und Düngemittel sind zunehmend gefragt. Dennoch besteht nach Einschätzung der Kommission noch ein enormes ungenutztes Potenzial. Daher sollen insbesondere Innovationen und Investitionen in Leitmärkte für biobasierte Materialien und Technologien gefördert werden. Dafür will die Kommission einen vereinfachten Rechtsrahmen schaffen, um etwa schnellere Genehmigungen für innovative Entwicklungen zu ermöglichen. Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) begrüßte am Donnerstag in Berlin die neue Strategie der Kommission. Dies sei ein klares Bekenntnis zur sektorübergreifenden Schlüsseltechnologie. Gleichzeitig forderte Verbandschef Ricardo Gent, die Bioökonomie dürfe nicht im Labor stecken bleiben. "Vielmehr braucht Europa einen strategischen Brückenschlag von der Forschung zur industriellen Skalierung und Wettbewerbsfähigkeit", sagte der DIB-Geschäftsführer. Innovationen müssten viel schneller aus der Forschung in den Markt gebracht werden. Die DIB ist die Biotechnologievereinigung des Verbandes der Chemischen Industrie.MBI/aul/27.11.2025

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