"Strategischer Rohstoff"/EU will Aluminiumschrottexporte im nächsten Jahr drosseln

Veröffentlicht: 18.11.2025

Die Europäische Kommission plant, die Ausfuhr von Aluminiumschrott zu beschränken. Es wird befürchtet, dass der steigende Abfluss dieser Ressource Europa einen wichtigen Rohstoff für seine Bemühungen zur Dekarbonisierung entziehen könnte. "Wir beginnen mit den Vorbereitungsarbeiten für eine neue Maßnahme, um das Problem des Abflusses von Aluminiumschrott anzugehen", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic am Dienstag auf dem Europäischen Aluminiumgipfel. Das Ziel bestehe nicht darin, die Ausfuhr von Aluminiumschrott vollständig zu unterbinden, sondern eine "ausgewogene" Maßnahme zu ergreifen, die den Zugang zu ausreichenden Lieferungen von Aluminiumschrott zu wettbewerbsfähigen Preisen gewährleiste. Gleichzeitig sollen die Interessen aller Beteiligten in der Wertschöpfungskette berücksichtigt werden, von den Herstellern und Recyclingunternehmen bis hin zum nachgelagerten Sektor, der das Metall zu Fertigprodukten verarbeitet."Schrott ist ein strategischer Rohstoff, da er einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung leistet, da die Produktion aus Sekundärrohstoffen weniger Emissionen verursacht und weniger energieintensiv ist, sowie zu unserer strategischen Autonomie", sagte Sefcovic. Die Maßnahme soll laut Kommission bis zum Frühjahr 2026 verabschiedet werden.Laut European Aluminium, dem Verband der europäischen Aluminiumindustrie, sind derzeit schätzungsweise 15 Prozent der Recyclingofenkapazitäten in der EU aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von Schrott aus dem Inland ungenutzt. Dies gefährde sowohl die Kontinuität der Produktion als auch zukünftige Investitionen im Recyclingsektor. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf importierten Stahl und Aluminium Anfang dieses Jahres zu verdoppeln, Schrott jedoch davon auszunehmen, hat dazu geführt, dass immer mehr europäischer Schrott in die USA umgeleitet wird, weil die Lieferanten ihn dort ohne die höheren Zölle auf Aluminium verkaufen können. Die anhaltende Nachfrage aus Asien habe die Knappheit weiter verschärft."Die Zukunft Europas wird in hohem Maße von seiner Fähigkeit abhängen, den Zugang zu den Rohstoffen zu sichern, die unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft benötigen", sagte Paul Voss, Generaldirektor von European Aluminium: "Es ist daher äußerst ermutigend zu sehen, dass die EU so entschlossen handelt, um unseren Schrott zu retten."MBI/DJN/gil/18.11.2025

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