Veröffentlicht: 14.11.2025
Metallverarbeitende Betriebe in Serbien und Bosnien und Herzegowina stehen bei deutschen Einkäufern hoch im Kurs. Vor allem Serbien sowie Bosnien und Herzegowina bieten ein breites Spektrum an Kapazitäten für die Metallbearbeitung. Die Region überzeugt durch ihre geografische Nähe nach Deutschland und - trotz steigender Löhne - immer noch wettbewerbsfähigen Arbeitskosten. Das Freihandelsabkommen mit der EU ermöglicht die Einfuhr zahlreicher Metallwaren mit einem Nullzollsatz. Aktuell hinterlässt die konjunkturelle Flaute in Deutschland bei den Einfuhrzahlen ihre Spuren.Die Mehrzahl serbischer und bosnisch-herzegowinischer Metallbearbeiter beziehen Werkzeuge oder Formen aus Deutschland, Italien, Slowenien oder Kroatien. Das Spektrum der gängigen Produktionsverfahren in beiden Ländern erstreckt sich von Blechteilen, Stanzkomponenten, CNC-bearbeiteten Teilen, Metall- und Schweißbaugruppen über Strukturrahmen und kleinen Gussteilen vor allem für die Kfz-Zulieferindustrie und den Maschinenbau. Bearbeitet werden in der Regel kleine bis mittlere Serien. Begrenzt verfügbar sind Maschinen für Hochpräzisionsarbeiten, sowie automatisierte Linien für komplexere Formen und höhere Stückzahlen.Kleine und mittelständische Betriebe aus Serbien sowie Bosnien und Herzegowina sind sehr interessiert daran, in die Lieferketten deutscher Unternehmen integriert zu werden. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft, von dem Kunden zu lernen und sich mit ihm weiterzuentwickeln. Nahezu alle metallverarbeitenden Betriebe in der Region, die ihre Produkte in die EU exportieren, verfügen über ein ISO 9001-Zertifikat zum Qualitätsmanagement. Für Lieferanten von Fahrgestellteilen oder Halterungen aus Metall für die Kfz-Industrie ist IATF 16949 der Standard. Für Bauelemente und Kabelsätze sind EN-/CE-Normen sowie Prüfzertifikate hinsichtlich mechanischer und Korrosionsbeständigkeit erforderlich.Deutsche Einkäufer sollten ihre Partner auf "Herz und Nieren" prüfen, eine Bemusterung durchführen, Zertifikate, Härte- sowie Schweißverfahrensprüfungen (WPS/PQR) und Erstmusterprüfungen (FAI) anfordern sowie eine Wareneingangskontrolle (PPAP) durchführen, raten Experten. Zur Diversifizierung der Bezugsquellen ist es ratsam, mindestens einen Ersatzlieferanten mit validierten Teilen im Lieferanten-Portfolio zu haben.MBI/gtai/emv/14.11.2025