CBAM-Ausweitung/Sieben Verbände warnen vor einem "gefährlichen Irrweg"

Veröffentlicht: 11.11.2025

Laut Plänen der EU-Kommission wird der Anwendungsbereich des europäischen CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism - CBAM) bis Ende 2025 erweitert und bis 2034 auf nahezu alle Industriegüter ausgeweitet. Sieben Verbände der deutschen Wirtschaft, darunter der Verband Deutscher Metallhändler und Recycler und der Fachverband des Schrauben-Großhandels, haben sich nun mit einem gemeinsamen Positionspapier an die Bundesminister Reiche (Wirtschaft) und Schneider (Umwelt) gewandt, in dem sie die geplante Ausweitung von CBAM kritisieren. Denn eine solche Maßnahme würde die exportorientierte Industrie, den Handel, vor allem aber den Mittelstand in Deutschland massiv belasten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gefährden, heißt es in dem Schreiben.Auch wird auf die besondere Lage der Metallrecycling-Wirtschaft verwiesen: "Eine Ausweitung des CBAM auf Metallschrotte wäre ein gefährlicher Irrweg für die nachhaltige Ausrichtung der deutschen und europäischen Wirtschaft. Schrotte sind kein Emissionsproblem, sondern die Grundlage einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft", so die Verbände. Ihr Handel stärke Recyclingprozesse weltweit und sorge dafür, dass wertvolle Rohstoffe wiederverwendet statt vernichtet würden. Aber auch die Anwendung von CBAM auf Rohstoffe wie Ferromangan und Ferrochrom, zwei zentrale Produkte für die Stahl- und Gießereiindustrie, sei "höchst kritisch" und widerspreche der europäischen Strategie der Rohstoffsicherung.MBI/crb 

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