Umstieg auf vegan/Verbraucher vermissen Käse und Eier am meisten

Veröffentlicht: 02.04.2025

Konsumenten, die einen veganen Probemonat einlegen, vermissen nach Käse am meisten Eier. Das ergab jetzt eine Umfrage der Organisation Veganuary, die Menschen beim Einstieg in eine pflanzliche Ernährung unterstützt. Eier belegen demnach Platz zwei der tierischen Produkte, auf die Probanden am wenigsten gern verzichten, weit vor Fleisch, wie Veganuary mitteilt. Mit ihren alljährlichen Umfragen will die Organisation ermitteln, welche Hürden die Zielgruppe beim Einstieg in die pflanzliche Ernährung wahrnimmt und welche Erwartungen sie an den pflanzlichen Markt hat. Aus der diesjährigen Befragung leitet der Leiter von Veganuary Deutschland, Christopher Hollmann, ab, dass das Angebot an pflanzlichen Ei-Alternativen großes Potenzial in Gastronomie und Einzelhandel habe. In der aktuellen Umfrage gaben 16 Prozent der Befragten an, während ihres veganen Probemonats von tierischen Produkten Eier am zweitmeisten vermisst zu haben. Damit liegen Eier im Ranking weit vor Fleisch: Hühnerfleisch 4 Prozent, anderes Fleisch 3 Prozent. Pflanzliche Fleischalternativen seien in unserer Gesellschaft bereits sehr etabliert, kommentiert Hollmann die Ergebnisse. Wo es eine Vielfalt an Produkten gebe, die einen gewohnten Geschmack bieten, werde das tierische Pendant kaum bis gar nicht vermisst, erläutert er. Für pflanzliche Ei-Produkte sieht er deshalb großes Potenzial. ln den vergangenen Jahren habe es einige erfolgreiche Innovationen sowohl im B2B-Bereich der Großgastronomie als auch im Einzelhandel gegeben, berichtet der Veganuary-Deutschland-Chef. Als Beispiele hierfür nennt er Rührei, Spiegelei, pochiertes Ei, ein klassisches Frühstücksomelette aus der Pfanne oder Alternativen zum Backen. All diese Produktinnovationen gibt es bereits. Einen wichtigen nächsten Schritt in der Entwicklung dieses wachsenden Angebots sieht er daher in neuen pflanzlichen Formaten klassischer Produkte und Gerichte, die zu attraktiven Preisen in Supermarktregalen und auf Speisekarten etabliert werden sollen. Die Preisgestaltung von Lebensmitteln spielt aus Sicht von Veganuary eine elementare Rolle in der "pflanzlichen Ernährungswende": Bedingt durch die Vogelgrippe seien die Eierpreise in den USA zuletzt stark gestiegen, verdeutlicht die Organisation. In der Folge habe sich etwa Just Egg, eine Marke, die Ei-Alternativen aus Mungobohnen herstellt, im Januar 2025 nach eigenen Angaben fünfmal schneller entwickelt als im Vorjahreszeitraum. Die pflanzlichen Produkte sprachen laut dem Unternehmen eine Zielgruppe an, die sich zu 91 Prozent weder vegan noch vegetarisch ernährt. Hierzulande stieg 2024 der Pro-Kopf-Konsum von Fleisch im Vergleich zum Vorjahr um 300 Gramm leicht an, wie Veganuary feststellt. Vor allem Hühnerfleisch wurde demnach vermehrt gekauft. Gefallene Preise begünstigten diesen Anstieg, zitiert die Organisation Aussagen des Leiters des Bundesinformationszentrums für Landwirtschaft (BZL) im Magazin Der Spiegel. Die Preisgestaltung sei ein äußerst effektiver Hebel für Wirtschaft und Politik, um nachhaltige Ernährungsgewohnheiten zu fördern, betont entsprechend Veganuary-Deutschland-Chef Hollmann.MBI/jc/ste/2.4.2025 

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