Veröffentlicht: 31.03.2025
Der chinesische Stahlkonzern Angang Steel, der drittgrößte Stahlhersteller der Welt, hat im vergangenen Jahr umgerechnet hunderte Millionen Euro Verlust gemacht. Bereits 2023 hatte der Konzern einen Nettoverlust von 4,1 Milliarden Yuan (521,5 Millionen Euro) gemeldet, 2024 stieg das Minus auf rund sieben Milliarden Yuan (890,4 Millionen Euro), wie aus bei der Hongkonger Börse eingereichten Unterlagen hervorgeht. Das Unternehmen machte "schwierige Marktbedingungen" für das Minus verantwortlich. Dazu gehörten der "anhaltende Mangel an nachgelagerter Nachfrage in der Stahlindustrie in Verbindung mit einer schwachen Konjunktur und einer schlechten Marktstimmung", hieß es weiter. Der chinesische Stahlsektor steht unter dem Druck einer anhaltenden Krise auf dem Immobilienmarkt des Landes, der traditionell ein wichtiger Abnehmer ist. China ist zugleich der weltweit größte Stahlproduzent. Im vergangenen Jahr lag der Ausstoß bei mehr als einer Milliarde Tonnen. Das war nicht bedeutend weniger als im Vorjahr, die Preise gingen angesichts des Überangebots stark zurück. Zugleich stiegen die chinesischen Stahlexporte im vergangenen Jahr mit 111 Millionen Tonnen auf den höchsten Stand seit neun Jahren. Die Schwemme von chinesischem Stahl auf dem Weltmarkt hat zu Verstimmungen mit Handelspartnern geführt. Die USA unter Donald Trump aber auch Vietnam und Südkorea kündigten deshalb zuletzt Schutzzölle für ihre heimische Industrie an. Die deutsche und europäische Stahlindustrie leidet ebenfalls massiv unter der Konkurrenz aus Fernost.MBI/AFP/gil/31.1.2025